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Egalität oder Exzellenz – zur Gleichzeitigkeit gegenläufiger Rationalitäten im deutschen Bildungswesen

Projektleiter

Prof. Dr. Ulrich Bröckling, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Soziologie (i)   

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Dr. Tobias Peter (i)   

Kurzdarstellung 2. Förderphase (2014-17)

Das Vorhaben erforscht mit der gesellschaftlichen Konstruktion von Egalität und Exzellenz die diskursive Formation und die praktischen Effekte von zwei gegenläufigen politischen Rationalitäten des zeitgenössischen Bildungswesens in Deutschland. Untersucht werden soll unter theoretischer Orientierung an den Studies of Governmentality und der Systemtheorie, auf welche Rechtfertigungsordnungen sich diese gegenläufigen Rationalitäten stützen, welche Interferenzen sich zwischen ihnen ergeben und mit welchen Mechanismen der Distinktion und Kohärenzbildung über sie Inklusion und Exklusion im Erziehungssystem organisiert werden.

Die zweiten Phase nimmt die mit den Exzellenz- bzw. Egalitätsorientierungen verbundenen institutionellen Praktiken und Subjektivierungsformen, die Kritik an ihnen und mögliche Krisenmomente in den Blick. Untersucht werden soll, mit Hilfe welcher Praktiken Schulen und Hochschulen organisationsrelevante Unterscheidungen hinsichtlich Exzellenz und Egalität treffen. Dadurch soll es möglich werden, die Kämpfe innerhalb des Erziehungssystems zu beschreiben, die mit den gegenläufigen Orientierungen auf Exzellenz bzw. Egalität einhergehen. Auf der Ebene der Subjektivierungsformen soll gezeigt werden, wie Egalitäts- und Exzellenzpostulate in individuelle Anforderungen an das Lehrpersonal und die Bildungsadressaten übersetzt werden.

Kurzdarstellung 1. Förderphase (2011-14)

Das Vorhaben untersucht mit der gesellschaftlichen Konstruktion von Egalität und Exzellenz die diskursive Formation und die praktischen Effekte von zwei gegenläufigen politischen Rationalitäten des zeitgenössischen Bildungswesens in Deutschland. Während im Elementar- und Primarbereich des Erziehungssystems ein Vokabular der Chancengerechtigkeit (inklusiv und auf Mindestkompetenzen in der Breite orientiert) den bildungspolitischen Diskurs dominiert, bildet im tertiären Bereich bei den Hochschulen Exzellenz (exklusiv und auf Höchstleistungen in der Spitze orientiert) den Fluchtpunkt politischer Interventionen und institutioneller Reformprozesse. Untersucht werden soll unter theoretischer Orientierung an den Studies of Governmentality und der Systemtheorie, auf welche Rechtfertigungsordnungen sich diese gegenläufigen Rationalitäten stützen, welche intendierten wie nicht-intendierten Effekte sie zeitigen, welche Interferenzen sich zwischen ihnen ergeben und mit welchen Mechanism en der Distinktion und Kohärenzbildung über sie Inklusion und Exklusion im Erziehungssystem organisiert werden. Dazu sollen in der beantragten ersten Phase die Rationalitäten der beiden Diskursstränge auf den Ebenen von Strategie und Konzeption, institutioneller Umsetzung, öffentlicher Debatte sowie wissenschaftlicher Reflexion diskursanalytisch untersucht werden. In der zweiten Phase sollen die dadurch begründeten institutionellen Praktiken sowie die mit beiden verbundenen Subjektivierungsformen analysiert werden.

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