Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Forschungsprofil

Das interdisziplinäre Zentrum für Schul- und Bildungsforschung (ZSB) widmet sich der Erforschung von Sozialisations-, Erziehungs- und Bildungsprozessen. Es verbindet Organisations- und Institutionsperspektiven mit den Perspektiven der Akteure.

Das ZSB ist einem weiten Bildungsbegriff verpflichtet, der formelle, informelle und non-formale Bildungsprozesse umfasst. Bildung wird dabei als lebenslanger Prozess von der frühen Kindheit bis in das Erwachsenenalter begriffen. Damit werden die Bereiche der Elementarbildung, der Schule, der Kinder- und Jugendhilfe, der Hochschule und anderen tertiären Bildungsinstitutionen in den Blick genommen. Neben die diachrone Perspektive von Bildung als biografischem Prozess tritt gleichermaßen die Erforschung des synchronen Zusammenspiels zwischen verschiedenen pädagogischen und außerpädagogischen Feldern.

Ein besonderes Kennzeichen der Bildungsforschung des ZSB ist die auf der Mikro-Ebene ansetzende sozial- und erziehungswissenschaftliche Perspektive, mit der sowohl die konkreten Bildungspraktiken als auch biografische Bildungsprozesse untersucht werden. In diesem Zusammenhang versteht sich das ZSB insbesondere als Ort der systematischen Erprobung und Weiterentwicklung komplexer qualitativer und triangulierender Forschungsverfahren.

Entsprechend der Forschungsprogrammatik des ZSB werden insbesondere auch Forschungsvorhaben realisiert, die die folgenden verschiedenen Schwerpunkte systematisch aufeinander beziehen.

1.   Kindheit und Jugend

In diesem Forschungsschwerpunkt kommen einerseits Kinder und Jugendliche in ihrem Eigenleben und ihrem Eigensinn in den Blick. Hier geht es um deren konkret‐spezifische Lebensweisen, Lebenslagen, biografische Orientierungen und Praktiken, z.B. im Sinne einer Erschließung der kinder- und jugendspezifischen Peerkulturen. Andererseits interessiert bei diesem Schwerpunkt, wie in verschiedenen pädagogischen Handlungsfeldern Kinder und Jugendliche im Blick und Zugriff pädagogischen Handelns adressiert und konstruiert werden oder sich diesem Zugriff entziehen und verweigern.

2.   Organisationen und Institutionen des Bildungssystems

Dieser Forschungsschwerpunkt widmet sich den Organisationen und Institutionen in den verschiedenen Bereichen des Bildungssystems in ihrer Entwicklung und Veränderung. Dabei geht es um die Analyse der jeweils vorliegenden Gestalt und Ausprägung dieser Institutionen und Organisationen (z. B. Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe, Schulen oder Hochschulen) sowie ihrer langfristigen Transformations- und Wandlungsprozesse. Hier wären etwa neue Formen der Steuerung und Prozesse der vertikalen und horizontalen Differenzierung im Bildungssystem sowie neue Vernetzungen und Kooperationen zwischen Bildungsorganisationen zu nennen.

3.   Interaktionen in pädagogischen Handlungsfeldern

Mit diesem Forschungsschwerpunkt wird der Blick auf die interaktiven Prozesse in pädagogischen Handlungsfeldern scharf gestellt. Dabei geht es zum einen um jene Interaktionen und Praktiken, die zwischen Pädagoginnen bzw. Pädagogen und ihren Adressaten vollzogen werden, wie auch um die methodische und (fach-)didaktische Ausgestaltung pädagogischer Prozesse. Zum anderen interessieren hier jene Interaktionen und Praktiken, die sich zwischen Akteuren ergeben, die nicht in einer pädagogischen Relation zueinander stehen (z. B. von Kindern und Jugendlichen als Peers).

4.   Pädagogische Professionalität und pädagogische Berufe

Dieser Forschungsschwerpunkt bezieht sich auf pädagogische Berufe und pädagogische Professionalität in den verschiedenen Bereichen des Bildungssystems. Dabei geht es um Untersuchungen zur Ausprägung und zu den je spezifischen Herausforderungen pädagogischer Professionalität. Es geht weiterhin um Fragen der prozesshaften Entfaltung pädagogischer Professionalität über die verschiedenen Phasen der (Berufs-)Biografie hinweg. In diesem Bereich spielen auch Formen der multiprofessionellen Kooperation sowie Formen der Kooperation zwischen Professionellen und anderen Akteuren eine Rolle.

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